1817

Das neben dem Kino Capitol gelegene Altstadtbrauhaus Zum Stadtkrug ist ein Stück Schweriner Tradition. An dieser Stelle befand sich seit 1817 eine Gastwirtschaft, aus welcher die Tonhalle entstand. Sie wurde zu einer erstrangigen Vergnügungsstätte Schwerins.

1830

1830 erwarb Johann Klöres die Gastwirtschaft, die 1851 einen Saalanbau für 800 Personen erhielt.

1855

1855 begann sein Sohn Heinrich Klöres mit der Aufführung von „musikalischen Darbietungen“.

1859

1859 wurde das Vorderhaus aufgestockt und ein weiterer großer Speisesaal mit 500 Plätzen errichtet. Der Name des neben dem Gebäude in die Schweriner Höfe verlaufenden Klöresganges erinnert heute an den Gastronomen.

1888

1888 übernahm Wilhelm Albrecht die Tonhalle. In diese Zeit fällt der Anbau eines kleinen Saales mit 300 Plätzen. Die Tonhalle hatte zu jener Zeit eine Kapazität, wie sie heute kaum vorstellbar ist. Regelmäßig gab es Theateraufführungen, Operettengesellschaften, Sommertheater, Varieté und Vereinstreffen.

1890

Die Schweriner Singakademie unter Traugott Ochs trat in den Stadthallen auf. Dieser verstand es, berühmte Solisten von anderen Bühnen Deutschlands zu engagieren. Oft waren die Mitglieder des Mecklenburgischen Hofes Gast des Hauses und 1890 auch der russische Großfürst Wladimir Romanow.

1914

Während des Ersten Weltkrieges musste die Tonhalle als Massenunterkunft für Soldaten genutzt werden. In den darauf folgenden Jahren war sie wieder kultureller Mittelpunkt der Stadt, insbesondere das Sommertheater und die regelmäßig an Sonnabenden stattfindenden Abend-Konzerte waren Anziehungspunkte.

1920

Am 09. Dezember 1920, zerstört ein verheerendes Feuer den großen Saal, die beiden kleineren werden beschädigt. Vereine wandern ab, ständiger Besitzer -und Pächterwechsel. Mit der “Tonhalle” geht es bergab, zuletzt Kameradschaftsheim des I.Bataillon des Grenadierregimentes 89.

1936

Beginn des Abrisses der “Tonhallen”, Bau eines neuen Gebäudekomplexes mit dem damals modernsten Filmtheaters Deutschlands durch Willy Dürkopp, Film
-und Varieteveranstaltungen, Bau des “Stadtkrug” für 280 Gäste.

1937

12. Februar 1937, Eröffnung des “Stadtkrug” durch Pächter Willy Bruhns und Frau. Die Tageszeitung beschrieb die Einrichtung im Stil jener Zeit: „...eine gemütliche Gaststätte, in der alle aus der Stadt sich wohlfühlen mögen.

1949

Übernahme des “Stadtkrug” durch die staatliche HO. 4 Jahrzehnte ohne wesentliche Veränderungen der Einrichtung oder des Angebotes beliebte Gaststätte Schwerins bis zum Ende der 1980er Jahre.

1990

Wie in vielen anderen gastronomischen Einrichtungen Schwerins gab es, beginnend in den 1990er Jahren, mehrere Betreiberwechsel. Zunächst war es als Steakhaus bekannt.

1995

Im Februar 1995 öffnete die Gaststätte mit dem neuen Namen Schall & Knall. So wurde im Volksmund einebekannte Schweriner Brauerei bezeichnet, deren Bügelbierflaschen sich einst mit einem lauten Knall öffnen ließen. Im Gastraum stand nun ein großer Kupferkessel, in dem Bier gebraut wurde. 1998 das Aus, fast 3 Jahre Leerstand.

2001

Im August 2001 übernahm Hans-Ulrich Trosien den Stadtkrug und benannte ihn in Altstadtbrauhaus Zum Stadtkrug um. Zu dem vorhandenen Braukessel kamen weitere hinzu. Das Schweriner Altstadtbräu in den Sorten hell und dunkel mundete den Gästen. Die Speisen waren bodenständig und deftig.

2012

Am 19. Januar 2012 eröffneten Anke und Thomas Niendorf das Restaurant unter Beibehaltung des bisherigen Namens. In sehr kurzer Umbauzeit wurden Gastraum, Sanitärbereich und Küche saniert.

bis heute:

Norddeutsche Brauhauskultur mit typischen Speisen und Erlebnisgastronomie

Text: (c) Hans-Joachim Falk